Dienstag, 10. Mai 2016

Entschuldigung, der Wald ist unordentlich

von Elke Schlotmann

Kanada zu entdecken, dazu gehörte für uns auch ein Ausritt durch die Natur. Wir hatten uns bereits von Deutschland aus eine kleine Ranch gesucht, die so früh im Jahr schon geöffnet hatte und fuhren voller Vorfreude dorthin.

Die letzten paar Kilometer des Weges zur Ranch waren recht unwegsam, da wir nicht mehr über eine geteerte Straße, sondern eher eine Art rumpeligen Waldweg fuhren. Bei der Ranch angekommen, die auf einem kleinen Hügel lag, eröffnete sich uns ein wunderschönes Panorama über Weiden, Wälder und Hügel. Sarah, die Inhaberin derRanch, begrüßte uns fröhlich und brachte uns zu den Pferden. Sie erklärte uns, dass diese Tiere in der Hauptsache Arbeitspferde seien, da die Ausritte für die Ranch nur als kleiner Nebenerwerb dienten. Bei einem Blick auf meine Wanderschuhe wurde sie ernst. Damit könne ich keinesfalls reiten, das sei das falsche Schuhwerk, erklärte sie mir und verschwand im Stall. Kurze Zeit später kehrte sie zurück, in ihrer Hand ein paarCowboystiefel. Sie waren mir zwar zwei Nummern zu groß, aber ich hatte nicht viel Auswahl. Also rein in die Stiefel und rauf aufs Pferd – schließlich musste ich ja darin nicht herumlaufen! Meine Freundin hatte mehr Glück, ihre Schuhe gingen als tauglich durch.
Ride

Seit Jahren hatte ich auf keinem Pferd mehr gesessen, trotzdem fühlte ich mich sofort wohl auf der Stute, die für mich ausgewählt war.

Der Hund der Ranch, ein großer Berner Sennenhund, begleitete uns fröhlich bellend. Dann kam die erste Überraschung – direkt vor uns war ein Gatter, dahinter eine Weide voller riesiger Black Angus-Rinder. Sarah steuerte direkt darauf zu, und während ich noch so bei mir dachte „Die wird doch nicht…“ öffnete sie das Gatter und winkte uns hindurch. Oookay… Unsere Pferde gingen entspannt hindurch, und Sarah schloss das Tor hinter uns. Wir hielten direkt auf die aus etlichen Dutzend Tieren bestehende Herde zu, die wie eine Mauer vor uns wirkte. Als die ersten Rinder zur Seite gingen, machte mein Pferd plötzlich einige Sprünge seitwärts, um ihnen den Weg abzuschneiden. Sofort wurde mir bewusst, was Arbeitspferd bedeutete – damit wurden normalerweise die Rinder getrieben, und mein Pferd tat jetzt seinen eigentlichen Job! Nachdem ich den Schreck überwunden hatte, brachte ich es dazu, weiter einfach hinter dem von Sarah hinterher zu laufen statt Rinder zu treiben. Ein wenig widerwillig ließ es sich darauf ein, so dass wir nun geradewegs durch die Herde hindurch die Weide überquerten. Ein doch sehr eigenartiges Gefühl, wie ich gestehen muss, zumal die Rinder häufig erst im letzten Moment zur Seite gingen. Auf der anderen Seite angekommen, verließen wir die Weidegründe und machten uns auf den Weg in den Wald.

Als wir eine Lichtung überquerten, hielt Sarah plötzlich an und rief scharf ihren Hund zu sich.

In rund 50 Meter Entfernung waren zwei Coyoten aufgetaucht, die uns interessiert beobachteten. So musste der Hund nun direkt bei uns bleiben, denn die Coyoten waren zwar nicht für uns, sehr wohl aber für ihn gefährlich. Es war ein tolles Erlebnis, diesen Tieren auf unserem Ritt zu begegnen, zumal sie einige Zeit neben uns blieben. Ein wenig mulmig wurde es mir nur, als wir einen Abhang quer hinunterritten und die Coyoten plötzlich über uns standen. Sie verschwanden aus unserem Blickfeld, als wir tiefer in den Wald eintauchten.
Während wir am Ufer eines Flusses entlang ritten, drehte sich Sarah plötzlich um, schaute uns an und meinte, sie müsste sich bei uns entschuldigen, dass der Wald so unordentlich sei, aber es hätte kurze Zeit zuvor ordentlich gestürmt und sie seien noch nicht zum aufräumen gekommen. Wir schauten uns irritiert um – da lagen ein paar vereinzelte kleinere Bäume, ein paar Äste hingen in Büschen, nichts, was man in einem Wald als unnatürlich oder übertrieben ungepflegt einordnen würde. Das sagten wir ihr auch, aber sie bestand darauf, dass es eigentlich unmöglich sei, uns als ihren Gästen so einen ungepflegten Wald zu präsentieren, wir müssten ja den Eindruck haben, sie seien ganz schlampige Farmer! Das kam so treuherzig und überzeugt heraus, dass ich sie umarmt hätte, wenn ich nicht gerade auf einem Pferd gesessen hätte!
Wir genossen die gemeinsame Zeit auf dem Pferderücken sehr, und als wir später nach nochmaliger Durchquerung der Rinderherde (dieses Mal schon ganz routiniert) wieder auf der Ranch ankamen, wurden wir von Sarahs Mann mit heißem Tee und frisch gebackenen Keksen begrüßt. Wir saßen noch einige Zeit gemütlich vor dem Stall zusammen, die beiden erzählten uns von ihrem Farmalltag und davon, wie schön sie es finden, Besuch aus der ganzen Welt zu bekommen. Eine Aussage von Sarah wird mir immer im Gedächtnis bleiben:

„Wisst Ihr, ich glaube, Ihr Europäer seid vielleicht deswegen oft so gestresst, weil Ihr einfach nicht genug Platz habt, Euch gegenseitig auszuweichen und Ruhe zu finden…“ Ich glaube, damit hat sie gar nicht so Unrecht.

A Grain Of Mustard Seed

by Mary Harris

A biblical parable uses the example of the mustard seed to illustrate how something tiny can grow and flourish into something huge and worldwide. The fable of the grain of mustard seed was meant to depict the the spread of Christianity across the globe, but the mustard seed story is actually its own story too.

A Grain of Mustard
Colorful mustard seeds (c) Africa Studio)
From the smallest of seeds, coming from a plant which was originally no more than a weed, comes the oldest, possibly the most perfect and well known condiment on the earth. The flavour, the health benefits, the simplicity of production and the ease of storage have made mustard a must-have in kitchen cupboards everywhere.
Take a guess at who produces the most mustard seeds in the world. That would be Canada, of course, with approximately 80% of the worldwide market.Mustard enjoys a temperate climate in which to grow and Canada has an ideal combination of cold winters and hot sunny summers. Fields in western Canada are virtual seas of bright yellow during the growing season.
Mustard almost certainly came to Canada with the European explorers and settlers, with both the French and English being keen consumers of the tasty flavouring since at least the 13th century. Before this, it was the Romans who began to experiment with mixing crushed mustard seeds with fermented grape juice. One of the wonderful things about mustard is that it almost never goes bad. It can be exported anywhere and has an unlimited shelf life due to natural antibacterial properties.

Why do you spread mustard on a bratwurst sausage? Because it tastes delicious, naturally.

A Grain of Mustard
Mustard - a delicious topping for almost everything (c) Brent Hofacher
But the simple mustard in the jar is so much more. Nearly free of calories, you can slather on the mustard without being concerned about the expansion of your waistline, and at the same time you will be taking in some very beneficial nutrients including selenium and magnesium (anti-inflammatory), B-complex vitamins to speed up metabolism, and Niacin which lowers cholesterol, just to name a few.
Considering that the English once used  mustard to flavour and disguise spoiled meats, the spice has come a long way forward and names like Maille, Lowensenf, Grey Poupon, Colman's and Ingelhoffer have found their way onto the finest tables.

Be adventurous with your mustard.

A Grain of Mustard
Mustard goes well with so many spices - just try it (c) Afrika Studio
Don't let the bratwurst and frankfurters have all the fun! Try a mustard glaze on meat,make a dip, marinade or salad dressing, give a stew a flavour boost, or add it to eggs, potatoes and vegetables. So many colours, flavours, textures and heat levels to choose from! What will you create in your kitchen?

Samstag, 9. April 2016

Die neue Ausgabe des Reisemagazins MySpotlight USA 1-2016 ist jetzt online!

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Es ist soweit, die neue Ausgabe des Reisemagazins MySpotlight USA 1-2016 ist da. Wie immer ein toller und kostenfreier Lesespaß für alle Nordamerika Fans.
Diesmal nehmen wir euch mit auf die große Reise durch die schönsten Nationalparks in den USA. Wir besuchen den Yosemite Nationalpark, erleben gemeinsam das Abenteuer der Mangrovenlandschaft in den Everglades oder unternehmen einen Ausflug in das Reich der Giganten, wo die wilden Berglöwen von Saguaro zu Hause sind.

MySpotlight Reisemagazine - Lesen, Genießen und mit Freunden teilen!

Wir wünschen euch allen viel Spaß beim Lesen und beim Träumen vom nächsten Urlaub im Land der Abenteuer.
Die neue Ausgabe des Reisemagazins MySpotlight USA 1-2016 jetzt kostenfrei auf ISSUU lesen!
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Samstag, 12. März 2016

MySpotlight USA TV Tipp

Whale
(c) Vikki Hunt

'Wildnis Nordamerika'

Eine SRF DOK Serie

Sonntag, 13.03.2016 @ 15:33Uhr - SRF1 - Teil 1 Schöne, neue Welt

Nordamerikas steckt voller Naturwunder und unglaublich vielfältiger Landschaften. Eisige Höhenzüge durchziehen den Norden. Im Mittleren Westen erstrecken sich die unendlichen Graslandschaften der Prärien. Im Regenschatten der steilen Rocky Mountains liegen trockenste Wüsten.

Sonntag, 13.03.2016 @ 16:20Uhr - SRF1 - Teil 2 Mythos Wilder Westen

Ursprünglich bedeckten die Prärien ein Drittel des nordamerikanischen Kontinents – vom Golf von Mexiko bis nach Kanada hinein. Heute sind sie wegen ihrer fruchtbaren Böden zur Kornkammer Nordamerikas geworden. Im Jahreslauf müssen die einzigartigen Graslandschaften aber extremen Bedingungen trotzen.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Schauen!

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Freitag, 11. März 2016

MySpotlight Kanada TV Tipp

Flag
(c) Jim Barber

'Königliche Mounties - Kanadas berittene Polizei' 

360° Geo Reportage

Samstag, 12.03.2016 @ 9:45 Uhr - ARTE+7

 Die Royal Canadian Mounted Police war ursprünglich die berittene Polizei Kanadas - heute ist nur noch eine kleine Einheit übrig. Diese ist der ganze Stolz der kanadischen Polizei und wer hier die Aufnahme schaffen will, muss sich einer harten Prüfung unterziehen. "360° Geo Reportage" hat die jährlichen Aufnahmeprüfungen begleitet.

Link zu ARTE Programmbeschreibung

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Willkommen im Camperparadies Alberta

von Andrea Härtlein 

In Alberta gehört das Campen zur Tradition. Naturnähe und grenzenlose Freiheit werden in der viert-größten Provinz Kanadas großgeschrieben.

Das mag an den unendlichen Weiten liegen, oder daran, dass man in Alberta eng mit der Kultur der First Nations verbunden ist.
Wer in den Kanadischen Badlands oder in den Nationalparks der Rocky Mountains unterwegs ist, und die Gegend zu Fuß oder mit einem Wohnmobil erkundet, verbringt in der Regel viel Zeit unter freiem Himmel – und auf dem Campingplatz. Einige Neuerungen in Alberta machen das Camping-Erlebnis in diesem Jahr deshalb besonders attraktiv.
campingplätze - camping alberta
Campen mit Blick auf Kathmandu - Tonquin Valley, Jasper National Park Alberta / Foto ©Travel Alberta

 

oTENTiks und Comfort Camping - die luxuriöse Camping-Alternative

So mancher hat es auch beim Zelten gerne ein wenig komfortabler und sollte vielleicht imBanff National Park die sogenannten oTENTiks ausprobieren: Am Two Jack Lakebietet diese luxuriöse Variante eine interessante Mischung aus Holzhütte und Zelt. Jeweils bis zu sechs Personen finden dort Platz und können in Doppel- oder Queensize-Betten entspannt nächtigen. (http://www.pc.gc.ca)
Der Dinosaur Provincial Park hat neben einem gewöhnlichen Campingplatz ebenfalls eine Luxus-Variante im Angebot: Beim Comfort Camping direkt am Red Deer Riverschließt man seinen ereignisreichen Tag mit der Übernachtung in einem Segeltuchzelt ab. Hier finden bis zu vier Personen Platz. (www.albertaparks.ca/dinosaur)
Als dritte Camping-Deluxe-Alternative bietet sich der Writing-on-Stone Provincial Park direkt am Milk River an. Dort gehört das Wandern im Flusstal und das Schwimmen zu den beliebtesten Sommeraktivitäten. (www.albertaparks.ca/writing-on-stone)

Traditionelles Tipi Camping

Auf dem Crandell Mountain Campground im Waterton Lakes National Parkwarten fünf traditionelle Tipis auf die Besucher. Diese typischen Unterkünfte der nomadischen Ureinwoner Kanadas bieten sicher ein besonderes Camping-Erlebnis, – zumal die Zeltplätze mit einer Feuerstelle ausgestattet sind. Den Abend eine spannenden Tages gemütlich am Lagerfeuer ausklingen zu lassen, ... was braucht man mehr. (www.pc.gc.ca)

Mehr über Alberta lesen Sie auch hier: www.TravelAlberta.de
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Donnerstag, 10. März 2016

Maple Syrup - the Sweet Happy Accident

by Mary Harris

When you think about the food on your table, do you ever wonder who first discovered that the ingredients involved were edible?Maple syrup makes me ask the question - how on earth did someone figure out that the sap of a certain tree could be collected and boiled down to make a sweet and tasty syrup?

maple syrup tap
Maple Syrup tap (c) Joe Mercier
Of course, it was the aboriginal people of Canada who first discovered it, a long, long time ago before any European settlers set foot here. Today, it is one of the few culinary ingredients that is unique to North America and not a European import.
Most trees, including the maple, go dormant during the Canadian winter, their leaves fall off and they look dead to the world as they stand silently in the deep snow. Just before the spring thaw in northeastern Canada (Ontario and Quebec) and the U.S., something magical happens. The starch that was stored in the maple tree trunk and roots changes to sugar in preparation for the return to life and the growing of leaves again. Legend has it that a group of native people once needed water to do some cooking and turned to the juices of the maple tree because all of their water sources were frozen. What a happy accident!

Maple Syrup on Pancake
A classic: Maple Syrup on Pancake © Magdalena Kucova

Maple syrup is very special. It is only made from the sap of certain maple species grown along a narrow corridor of hardwood forests known as the 'Maple Belt'.

This woodland runs from Michigan, U.S. through eastern Canada and ends near the Atlantic Ocean. Depending on the outdoor temperatures, the sap will only run during a short season of 4 - 8 weeks, sometimes called a maple moon, sandwiched between the deep winter and the coming of the warm weather.
Traditional aboriginal sap collection involved cutting a V into the tree with an ax and letting the sap drip into a birch bark bowl. Later, European settlers drilled holes into the maple and inserted a crude spout, then hung a bucket made of a carved out tree trunk or metal. In either case, the sap had to be dragged away by hand or horse drawn sledge to a central boiling location commonly called a sugar shack. Today, many modern operations employ plastic tubing to take the sap directly from tree to boiler. Many litres of sap are required, in fact up to 50 litres of sap might be boiled down to get just 1 litre of sweet maple syrup. You can see how those little bottles in the shops can be so expensive!
Pricey or not, we love our maple syrup! Pour it onto pancakes or French toast, make it into butter or candy, use it as a sweetener or glaze, in sauces or baking - the list is endless. What would you do with a bottle of pure Canadian maple syrup?
maple syrup bottle
A bottle of Canadian maple syrup (c) Foodio
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Mittwoch, 17. Februar 2016

Kanada entdecken - aber wie?

von Elke Schlotmann

Irgendwann ist es so weit, man ist vom Kanada-Virus infiziert und plant den ersten Besuch in diesem wunderbaren Land. Aber wohin genau soll die Reise gehen? Westküste, Ostküste, ein Mal quer durch? Per Mietwagen und Hotels, mit dem Zug oder einem Wohnmobil? Gar keine so einfache Entscheidung bei einem Reiseziel, das so unendlich viele Möglichkeiten bietet.

Häufig habe ich schon den Satz gehört „Ich würde ja gerne mit einem Wohnmobil fahren, aber ich habe so etwas noch nie gemacht.“
Genau so ging es uns auch, als wir Kanada das erste Mal bereisten. Wir wollten viel sehen, dabei flexibel sein in Strecke und Zeiteinteilung, und natürlich sollte auch die Lagerfeuerromantik nicht zu kurz kommen! Dabei waren wir uns aber nicht ganz sicher, ob wir, die ja nur an den heimischen Pkw gewöhnt waren, mit so einem großen Fahrzeug denn wohl zurecht kämen. Da wir zu zweit unterwegs waren, entschieden wir uns also zunächst einmal für eine kleinere Variante, einen Truck Camper. Diese Fahrzeuge sind etwas kompakter und handlicher als ein großes Wohnmobil, bieten aber für 2 Personen ausreichend Platz. Man sollte bei der Streckenplanung bedenken, dass man nicht nur die reine Fahrtstrecke von Start bis Ziel kalkuliert, sondern auch von vorn herein ein paar Kilometer mehr einplant für spontane Abstecher von der Route. Es ist meist wesentlich kostengünstiger, vorab mehr Kilometer zu buchen, als im Nachgang Mehrkilometer zu zahlen.
Unsere erste Tour führte von Vancouver über den Sea-to-Sky-Highway überKamloops nach Jasper, den Icefields-Parkway hinunter nach Banff bis zu unserem Ziel Calgary.
Truck Camper

Als wir den Truck Camper bei unserem Vermieter Fraserway in Vancouver übernahmen, waren wir angenehm überrascht, wie wohnlich und gut durchdacht so ein Fahrzeug ist.

Es ist bestückt mit Geschirr, Bettwäsche und Handtüchern in ausreichender Menge, selbst eine Wäscheleine samt Klammern und eine geschliffene Axt für Feuerholz fanden sich an Bord. Die gründliche Einweisung erfolgte übrigens auf Deutsch, was vielleicht für einige ein beruhigender Gedanke sein mag.
Als es dann endlich losging und wir vom Parkplatz fuhren, stellten wir als erstes fest, dass wir uns umsonst Sorgen gemacht hatten, was eventuelle Schwierigkeiten in puncto Manövrieren des Wagens durch den Verkehr betraf. Die Straßen in Kanada sind definitiv ausreichend breit, auch für größere Fahrzeuge, und das gilt sowohl in der Stadt als auch für Fahrten über die Highways!
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Dienstag, 16. Februar 2016

MySpotlight USA Reisetipp

Royal Gorge Park - ein Ausflugsziel für die ganze Familie

von Silke Wissig
Lange Zeit war die Royal Gorge Bridge die höchste Brücke der Welt. Den Rekord hält jetzt aber eine Brücke in – wo auch sonst – China.

Die höchste Brücke der USA befindet sich in Colorado

Royal Gorge Bridge
Royal Gorge Bridge (c) kan_khampanya
Nichtsdestotrotz ist die Royal Gorge Brücke eine Stunde südlich von Colorado Springs einen Besuch wert, denn nicht nur die Brücke selbst, sondern auch der Park bieten tolle Attraktionen für die ganze Familie. Zu den Attraktionen gehören unter anderem eine von weltweit nur drei Wasseruhren, eine Gondelbahn, eine Standseilbahn und spektakuläre Seilrutschen, mit denen man an einem Stahlseil hängend über den Canyon gleiten kann! Adrenalin pur! Wer sich das nicht alleine traut, kann mit Freunden oder Familie in den „Skycoaster“ steigen, eine riesige Schaukel, in der man zu dritt bäuchlings über der grandiosen Landschaft schaukelt:
Bis auf die kleine Bimmelbahn sind alle Attraktionen allerdings nur für schwindelfreie Gäste. Wer Höhenangst hat, bleibt besser im Royal Gorge Canyon zurück und schaut sich das Spektakel mit dem Fernglas von unten an.
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Gesunder Scharfmacher - die Geschichte vom winzigen Senfkorn

von Mary Harris

Schon in der Bibel liest man in einigen Versen des Neuen Testaments das Gleichnis vom Senfkorn. Es zeigt, wie etwas Winziges heranwachsen und sich zu einem riesigen und sogar weltweiten Phänomen entwickeln kann. In erster Linie sollte dieser Vergleich die Verbreitung des Christentums über die ganze Welt beschreiben, doch das kleine Senfkorn hat an sich - und unabhängig davon - tatsächlich auch seine ganz eigene Geschichte.

mustard seeds
Farbenreiche Senfkörner (c) Afrika Studio
Dieses kleinste aller Samenkörner stammt von einer Pflanze, die eigentlich nur als Unkraut gehandelt wurde. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet eine solche Pflanze einmal das älteste und wahrscheinlich auch perfekteste Gewürz der Welt hervorbringen könnte? Der Geschmack, der gesundheitliche Nutzen, die einfache Art der Herstellung und seine unkomplizierte Lagerfähigkeit haben dafür gesorgt, dass der Senf heute in fast jedes Küchenregal der Welt Einzug gehalten hat.

Und jetzt raten Sie mal, wer auf der Welt den meisten Senf produziert?!Natürlich! Es ist Kanada, das ungefähr 80% der weltweiten SenfproduktionhervorbringtBesonders in gemäßigten Klimazonen fühlt sich die Senfpflanze außerordentlich wohl. Davon hat Kanada, mit seiner idealen Kombination aus kalten Wintern und sonnig-heißen Sommern, gerade genug. Die Äcker im Westen der Nation verwandeln sich regelrecht in wogend gelbe Ozeane, wenn jedes Jahr der Senf erblüht.
Mit größter Wahrscheinlichkeit waren es die europäischen Entdecker und Siedler, die den Senf nach Kanada einführten. Kein Wunder, denn sowohl die Franzosen als auch dieEngländer waren mindestens seit dem 13. Jahrhundert begeisterte Esser, wenn etwas Herzhaftes auf den Tisch kam. Vor ihnen hatten bereits die Römer begonnen, mit zerstoßenen Senfsamen zu experimentieren, die sie mit vergorenem Traubensaft mischten. Schon sie wussten: Eine der wunderbarsten Eigenschaften dieses Gewürzes ist, dass es so gut wie nie verdirbt. Man kann es überall hin exportieren und im Regal hat Senf eine fast unendliche Lebensdauer, was an seinen natürlichen antibakteriellen Eigenschaften liegt.

Warum streicht man sich den Senf also liebend gern auf die Bratwurst? Weil er eben lecker schmeckt, ganz klar.

mustard topping
Senf - nicht nur auf der Wurst lecker (c) Brent Hofacher
Aber der einfache Senf im Glas hat noch sehr viel mehr zu bieten. Weil er annähernd kalorienfrei ist, kann man ihn in Hülle und Fülle verwenden, ohne dabei auch nur einen Gedanken an die Pölsterchen auf der Hüfte zu verschwenden. Gleichzeitig nimmt man sogar noch ein paar wirklich wertvolle Nährstoffe zu sich, darunter Selen und Magnesium, das entzündungshemmend wirkt, Vitamin B-Komplexe, die den Stoffwechsel anregen und Niacin, das den Cholesterinspiegel senkt - um nur einige zu nennen.
Wenn man bedenkt, dass die Engländer früher den Senf lediglich dazu nutzten, den Geschmack von verdorbenem Fleisch zu überdecken, so hat das Gewürz es heute weit gebracht. Mit großen Namen wie Maille, Löwensenf, Grey Poupon, Colman's oderIngelhoffer hat es immerhin den Weg in so manche Delikatessentheke gefunden.

Seien Sie ruhig mal erfinderisch, wenn Senf ins Spiel kommt.

Spice collage
Senf lässt sich prima mit fast allen Gewürzen kombinieren (c) Afrika Studio
Warum sollen schließlich nur die Bratwürste und Frankfurter den ganzen Spaß haben! Probieren Sie mal eine Senf-Glasur auf dem Braten, rühren Sie einen Dip, eine Marinade oder ein Salatdressing damit an oder würzen Sie kräftig ihren Eintopf mit seinem herzhaften Aroma nach. Auch auf Eier, zu Kartoffeln und zu Gemüse passt der Senf mit seinen vielfältigen Farb- und Geschmacksrichtungen, seiner Beschaffenheit von fein bis körnig und seinen verschiedenen Schärfegraden oft ideal! Und was machen Sie mit Senf in Ihrer Küche?
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Montag, 15. Februar 2016

Willkommen am Anfang der Welt: Newfoundland and Labrador

von Andrea Härtlein

Newfoundland and Labrador – Kanadas „Land’s End“  im äußersten Osten – ist bekannt für sein unbeständiges Klima, die unzähligen Fjorde und mächtige Eisberge. Die berüchtigte Iceberg Alley wurde im Jahr 1912 sogar dem Luxusdampfer Titanic zum Verhängnis. Ein Ereignis, das 85 Jahre später dem kanadischen Regisseur James Cameron epischen Film-Stoff lieferte.

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Brechender Eisberg bei Rocky Island - Neufundland (c) Claude Huot
Früher war diese wilde und schöne Region vom Fischfang geprägt. Heute lebt sie hauptsächlich vom Erdöl und ist – zwischen Juni und September – natürlich ein attraktiver Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Die Hauptstadt Neufundlands, St. John's, liegt auf demselben Längengrad wie Paris. Nur fünfeinhalb Stunden Flugzeit muss man deshalb zwischen London und Neufundland einplanen. In der reichen Flora und Fauna der Provinz warten 120.000 Elche, gigantische Karibu-Herden und die wohl größten Schwarzbären des Kontinents. An der Salmon Ladderziehen jedes Jahr riesige Lachse vorbei – ein Traum für jeden Angler.
St. Johns
Hafenstädtchen bei St. Johns - (c) Justek16
Geprägt durch den kühlen Labrador Strom und den warmen Golfstrom, bietet das Meeresleben vor der Küste Neufundlands Anlass für so manche Wildbeobachtung. Tausende von Walen und Seevögel tummeln sich hier an der mehr als 29.000 Kilometer langen Küstenlinie.
Klimatisch herrscht die arktische Tundra. Uralte Bergketten, boreale Wälder und eine raue Küste dominieren die Landschaft - ein wahres Outdoor-Paradies mit jeder Menge unberührter und faszinierender Natur.
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Gros Morne Nationalparkt (c) Wildnerdpix
An der Westküste beeindrucken die Long Range Mountains: Als höchste Bergkette der Provinz erstrecken sie sich von Cape Ray aus 400 Kilometer nordwärts, entlang der Westküste Neufundlands. Gros Morne und der Gros Morne National Park, seit 1987 eine der zahlreichen UNESCO Weltkulturerbe-Stätten Kanadas, lädt Wanderer ein, die Wildnis unberührter und uralter Berge zu entdecken. Seen, Fjorde und bewaldete Täler bieten Natur pur und in der Küstenregion kann man zwischendurch das Zelt auch mal am Meer aufschlagen. Der im Norden gelegene Torngat Mountains National Park - seit 2005 erster Nationalpark der Provinz - beheimatet einige der ältesten Berge der Welt. Er ist Fundstätte uralter und seltener Fossilien. Ihren Namen haben die Torngat Mountains übrigens aus der Sprache der Inuktitut. Das ursprüngliche Wort Torngaitbedeutet übersetzt einfach "place of spirits" - Ort der Geister oder der Seelen. Ein Name den die alten Völker - hat man die Region einmal besucht - sicher nicht treffender hätten wählen können.
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Inukshuk Landmarke an der Küste Neufundlands (c) CookiesforDevo

Mehr Informationen:http://www.newfoundlandlabrador.com/aboutthisplace/geography
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Samstag, 6. Februar 2016

Saskatchewan - Paddeln in der Prärie

von Andrea Härtlein

Saskatchewan - die kanadische Prärieprovinz - ist besonders bekannt für ihre weiten Ebenen und Weizenfelder bis zum Horizont.

Dass man in Saskatchewan auch einen aufregenden Abenteuerurlaub erleben kann, wissen die Wenigsten. Fast zwei Drittel der Fläche besteht aus Wäldern und dem Kanadischen Schild. Kisiskatchewani Sipi - so nannten die Cree Indianer früher das Gebiet. Übersetzt bedeutet es so viel wie „Schnell fließender Fluss“. Gemeint war damit natürlich der tosende Saskatchewan River, doch auch sonst gibt es in Saskatchewan sehr viel Wasser - für eine Prärieprovinz.
Kanufahren in Saskatchewan - Churchill River
Kanufahrt auf dem Churchill River - Foto © Tourism Saskatchewan/Greg Huszar Photography
Wie sein Name sind auch die Wasserwege Saskatchewans an die Kultur und Tradition der First Nations geknüpft. Deren Spuren ziehen sich durch die gesamte Region. In Kanus bewegten sich die Indianer früher fort und auch heute lässt sich so ein großer Teil der Geschichte und Landschaft Saskatchewans wiederentdecken.

Im Süden der Provinz haben die First Nations ihre in Stein gearbeitete Felsbilder - die sogenannten Petroglyphen, hinterlassen.

Einige der ältesten und am besten erhaltenen Felszeichnungen der nordamerikanischen Ureinwohner findet man allerdings im nördlichen Teil der Provinz.
Dort befindet sich auch der Großteil der fast 100.000 Seen und Flüsse Saskatchewans. Nicht nur Angler werden hier glücklich - auch Paddler finden ein wahres Paradies vor.Kanu- und Kajakfahrer steuern besonders gern den Norden der Provinz an. Das dichte Netz der Wasser-Routen bietet die einmalige Chance, ganze Tage am Stück und weite Distanzen durch unberührte Wildnis zu gleiten. Langweilig? Wohl kaum! So manche Stromschnelle und etliche eindrucksvolle Canyons bieten mehr als genug Abwechslung.

Besonders der Churchill River stellt eine spannende Herausforderung für Paddler dar.

Kanufahren in Saskatchewan - Churchill River
Diese Stromschnellen bergen so manche besondere Herausforderung: Kanufahrt auf dem Churchill River - Foto © Tourism Saskatchewan/Greg Huszar Photography
In einer Reihe von Seen in Alberta findet der Fluss seinen Ursprung und durchquertSaskatchewan nördlich des 55. Breitengrades. Er mündet nach 1.609 Kilometern in Manitoba, bei Churchill, in die Hudson Bay. Von seinen Stromschnellen kann man sich beim regelmäßigen Durchqueren der vielen ruhigen Seen wieder erholen.
Ein ähnliches Szenario bietet der Clearwater River. Der zum Canadian Heritage Riverernannte Fluss ist besonders für sein kulturelles und historisches Erbe bekannt. Fast 5.000 Jahre alte Felszeichnungen findet man entlang seiner Ufer. Zur Zeit des Pelzhandels spielte der Clearwater River ebenfalls eine wichtige Rolle. Die „Methye Portage“ im Nordwesten war die wichtigste Stelle, wenn man damals sein Boot vom Mackenzie River in Richtung Atlantik steuern wollte.

Auf den Flüsse und Seen im Süden Saskatchewans geht es wesentlich familientauglicher zu.

Dort locken gemütliche Paddel-Touren in den Provinz- und Nationalparks oder ein Besuch in der Hütte des legendären Naturschützers Grey Owl im Prince Albert National Park.
Mit über 50 offizielle Kanu-Routen hat Saskatchewan dem naturbegeisterten Abenteurer viel zu bieten. Örtliche „Outfitter“ haben maßgeschneiderte Touren im Portfolio und stellen die nötige Ausrüstung zur Verfügung. Bei der Planung eigener Strecken kann man auf ihre Expertise zählen.
Mehr Informationen über Saskatchewan finden Sie hier:www.tourismsaskatchewan.com
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Freitag, 5. Februar 2016

An Apple A Day - How the Apple came to Canada

by Mary Harris

Canadian poet Christopher Dewdney wrote: "Green apples adorn leafless branches like forgotten ornaments while a single November rose blooms ...",

leafless apple tree
(c) Alexander Kuguchin
... which perfectly describes this month sandwiched between the riotous colours ofOctober's about-to-fall leaves and the snows and Christmas decorations of December. It is a rather dull month, gray and rainy skies, naked trees and no special holidays in Canada. But what a wonderful month to cozy up in a warm kitchen and bakeapple pies!
Apples are likely the best known, commonly eaten and cheapest of all the fresh fruits found in Canadian grocery stores. Certain regions of Canada, like the Okanagan Valleyof British Columbia and the Georgian Bay area in Ontario, are superb apple growing areas, so it is surprising that Canada is not one of the biggest exporters of apples in the world.
apple orchard okanagan valley
an apple orchard in the beautiful Okanagan Valley (c) Ivan_Sabo
The only apples native to Canada are what are known as crab apples. The fruit is small and very sour, but the tree is short and hardy with long lasting blooms full of pollen. These wild apples are often planted among commercial orchard trees (descendants of European imports) to improve pollination by the bees, or the commercial cultivar can be grafted onto the stronger wild tree trunk. Sometimes, the crab apple fruit is made intojelly or added to apple cider to give in an extra zap of flavour, but they are never eaten raw.
crab apples
Crab apples are native to Canada (c) Vibe Images

The apple is a member of the rose family and  first grew in central Asia, around modern day Afghanistan and Kazakhstan.

The apples grown and eaten in Canada today came from apple seeds brought here by early European settlers, and we are certainly glad that they did. It is hard to imagine any lunch box or fruit basket without one! Canada was a major apple producer until a few years ago when farmers began switching to growing different tree fruits, and other rising markets such as China began to supply our increasing demand for fresh apples.
Neatly packaged in its own lovely red (or green or yellow) skin, the fresh apple is a wonderfully portable snack loaded with fibre, vitamin C, natural sugars, antioxidants and benefits connected with positive effects on cardiovascular health, cancer risk, obesity and asthma.
apple variety
an apple variety (c) Arina P. Habich
Fresh is certainly not the only way to enjoy apples - not by a mile! Canadians love their apple pie - all alone, topped with ice cream or sharp cheddar cheese, hot or cold, pastry crust or streusel topping. But it doesn't stop there. Enjoy apples with oatmeal for breakfast, pair them with roast pork, try apple sauce as a snack or on potato pancakes (latkes), sample one of the many delicious varieties of apple cider or top your morning toast with apple butter.
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